ADVISION Steuerberatungsgesellschaft mbH

wirtschaftliche und steuerliche Beratung für Heilberufler

Gestaltungsempfehlung zu neuen Versorgungsformen

Früher konnte eine Arztpraxis ohne aktive strategische Überlegungen gute bis sehr gute wirtschaftliche Ergebnisse produzieren, heute ist eine "gute" ärzt­liche Leistung jedoch kein Garant mehr für ein "gutes" wirtschaftliches Ergebnis. Dennoch hat die Mehrzahl der Ärzte für die eigene Praxis keine Ziel­und Maßnahmenplanung zur Zielerreichung.

Aktives Handeln ist gefragt. Neue gesetzliche Möglichkeiten in der medizi­nischen Leistungserbringung, Wettbe­werb unter Ärzten und Kostenträgern, informierte und anspruchsvollere Pati­enten sowie steigender Kostendruck erfordern heute eine unternehmerische, strategische Ausrichtung in der Praxis. Diese kann etwa durch Spezialisierung in der Praxis oder in der kooperativen Leistungserbringung erzielt werden.

Spezialisierung in der Praxis. Der Arzt kann in der eigenen Praxis speziali­sierte Leistungen erbringen, die sich im Bereich von Prävention oder allgemei­ner IGeL-Angebote bewegen können. In diesem Bereich steht eine ganze Palet­te von Leistungen und Angeboten zur Verfügung, aus welcher eine systema­tische Auswahl zu treffen ist. Dabei ist zu hinterfragen ob die Leistung medizi­nisch wirksam und sinnvoll ist und außerdem sind die Patientenzielgruppe sowie deren Nachfrage zu berücksich­tigen.

Neue Formen der kooperativen Leistungserbringung. Eine andere Mö­glichkeit sind neue Formen der koop­erativen Leistungserbringung, die ins­besondere durch das Vertragsarzt­rechtsänderungsgesetz und das Wett­bewerbsstärkungsgesetz ermöglicht worden sind. Zu diesen Formen gehören etwa Teilgemeinschaftspraxis, Berufs­ausübungsgemeinschaft, Medizinisches Versorgungszentrum, Direktverträge und integrierte Versorgung. Durch eine Kooperation mit Kollegen können Aufgaben gebündelt, Prozesse stan­dardisiert, verschiedene Spezialisie­rungen kombiniert und so eine ganze oder mehrere Indikationen abgedeckt werden. Außerdem werden die Marken­bildung gefördert und die Wettbe­werbsposition verbessert.

Die Kooperationsformen reichen von einer lockeren Zusammenarbeit (Netz) bis zu festen Formen der Kooperation (Direktverträge). Gegebenenfalls sollte mit einer lockeren Form begonnen werden, die dann in eine konkrete Struktur übergeführt wird.

Strategische Ausrichtung einer Praxis

  • Spezialisierung in der Praxis
    • Prävention
    • IgeL-Angebote
  • Kooperative Leistungserbringung
    • Teilgemeinschaftspraxis
    • Berufsausübungsgemeinschaft
    • Medizinisches Versorgungszentrum
    • Direktverträge
    • Integrierte Versorgung

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Quelle: www.advision.de/gestaltungsempfehlung-neue-versorgungsformen, Stand: 30.07.2010
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